La revedere! – oder auch: Viszlát!
Nach elf bewegenden Wochen endet unser Praxissemester. Die Abschlusswoche verbringen wir am Schloss und sehen dabei unsere Klassenkameraden vom Kenia-Team wieder.
Gemeinsam schauen wir auf den Einsatz zurück, reflektieren, richten uns auf Jesus aus und bekommen Impulse um wieder gut in den Alltag zu Hause anzukommen.
Wir freuen uns, dass ihr uns die letzten Wochen begleitet und umbetet habt!
Hier kommen nochmal einige unserer persönlichen Highlights:
Anja
Der Einsatz in Rumänien war für mich anders als erwartet. Die Arbeit mit den Kindern war für mich weniger überfordernd als gedacht und hat mich stattdessen teilweise richtig begeistert und das Herz erwärmt. Aufgaben, die ich im Vorfeld interessant fand, haben mir vor Ort mehr abverlangt als gedacht. Statt handwerkliche Fähigkeiten auszubauen, wurde ich zwischenmenschlich gefordert. Und das ist in Ordnung so. Gott hat mich persönlich viel herausgefordert und dort wachsen lassen, wo ich es nicht erwartet hätte. Ich bin unglaublich dankbar für mein Team, das mir einen Rahmen geboten hat, in dem ich sein konnte, lernen und weiter reifen durfte. Wir haben uns getragen, unterstützt, genervt und unglaublich viel gemeinsam gelacht. Auch, wenn ich wenige konkrete Momente hatte, in denen ich sagen kann „Da hat Gott voll gewirkt!“, sehe ich seine Handschrift unter dem gesamten Einsatz. Ohne ihn wäre vieles nicht möglich gewesen. Mit ihm haben wir Tolles erlebt.
Deborah
Als ich in der dritten Woche zum ersten Mal in der Kinderarche war, wusste ich, warum ich in Rumänien bin.
Diese Kinder voller Freude und Energie zu erleben, aber auch zu erfahren in welchen Verhältnissen sie aufwachsen, hat mich echt berührt.
Auch wenn ich (wie am Anfang des Blogs beschrieben) nicht unbedingt nach Rumänien wollte, habe ich erlebt, wie Jesus mir für die Menschen dort – besonders für die Kinder – seine Liebe geschenkt hat.
Mir hat es gar nichts ausgemacht – im Gegenteil: es hat sogar Freude gemacht
– die Kinder trotz Läusen auf den Arm zu nehmen und zu drücken
– sie zu kämmen und zu frisieren
– mit ihnen in der Kinderfreizeit täglich stundenlang Federball zu spielen (auch wenn sie oft nur ca. ein Zehntel der Bälle trafen)
– und mit ihnen zu singen.
Besonders war in der Kinderfreizeit der Gebetsabend in der Kirche. Ich habe hier nochmal ganz neu verstanden, warum Jesus im Matthäus 19,14 sagt: „Lasst doch die Kinder zu mir kommen, und hindert sie nicht daran! Das Himmelreich ist ja gerade für solche wie sie bestimmt.“
Diese Kinder zu sehen, wie sie voller Ehrlichkeit und Sehnsucht zu Gott kamen, hat mich hineingenommen in Gottes Blick für die Kinder – nämlich ein Blick voller Liebe.
Katharina
Die Zeit in Rumänien war für mich sehr bewegend und ich bin super dankbar für all das, was wir gemeinsam erleben durften. Ich nehme viele gute Erinnerungen mit und auch einiges, was ich dort durch Herausforderungen gelernt habe.
Ich hab so viel neues Handwerkliches auf der Farm ausprobieren können, gelernt, wie man für viele Menschen Essen einkauft und kocht, und dass die jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigung die besten Rumänisch-Lehrer sind, die man sich nur wünschen kann. Ein besonderes Geschenk waren die vielen Tiere auf der Farm; insbesondere die kleine Pferdeherde, die wir Stück für Stück kennen lernen durften. Das war ein ganz tiefer Herzenswunsch, den Gott mir überraschenderweise erfüllt hat. Mir wird wieder mal klar: Wenn ich Schritte im Glauben wage und losgehe, dann geht Gott mit, voraus, hinterher und lässt mich nicht hängen.
Lea
Wenn ich an das Praxissemester zurückdenke, bin ich Gott von Herzen dankbar für all das, womit er mich beschenkt hat.
Diese Zeit war sehr prägend, mit Höhen und Tiefen und hat wesentlich zu meiner persönlichen Weiterentwicklung beigetragen.
Es war spannend, in eine andere Kultur und ein völlig anderes Leben einzutauchen. Oft begann der Tag ganz spontan, ohne genau zu wissen, was auf einen zukommt.
Den Menschen vor Ort und dem Projekt zu dienen, gemeinsam zu arbeiten, zu beten und zusammenzuleben, war für mich eine ganz neue, aber auch sehr schöne Erfahrung.
Besondere Highlights waren für mich einerseits das Wiedersehen mit meiner Verwandtschaft nach über 20 Jahren etwas, das ich kaum für möglich gehalten hätte. Die Zeit mit ihnen war sehr wertvoll.
Andererseits hat mich die erfüllende Arbeit auf der Farm, mit vielfältigen handwerklichen Tätigkeiten, besonders begeistert.
Tief berührt hat mich auch der Besuch einer Roma-Siedlung. Zu sehen, unter welchen Bedingungen Menschen mitten in Europa leben müssen, hat mein Denken verändert.
Es hat mir erneut vor Augen geführt, wie gut es uns eigentlich geht und wie dankbar ich für alles sein darf, was ich habe.
Lena
Die Tatsache, dass Gott mir den Wunsch ins Herz gelegt hat, am Praxissemester teilzunehmen, ist für mich das größte Highlight. Es war nicht nur sehr schön, sondern auch mega wertvoll, Teil des Rumänien-Teams zu sein. Mir tat es sehr gut in den letzten Wochen auf ganz unterschiedlichen Arten und Weisen zu dienen.
Ich war viel in der Hauswirtschaft tätig, habe mich aber immer sehr gefreut, wenn ich auch in anderen Bereichen mit anpacken konnte.
In den letzten 11 Wochen durfte ich nochmal ganz neu spüren und lernen, dass Gott da ist und mich durch jedes Up and Down trägt.
Ein Erlebnis hat mich in dieser Zeit besonders bewegt: Da ich kein wirkliches Sprachtalent bin (und schwäbisch die einzige Sprache ist, die ich fliesend spreche 😉), gab es des Öfteren mal Situationen, in welchen ich mit dem Sprachenmix aus Ungarisch, Rumänisch und Englisch total überfordert war. Am Anfang fiel es mir aufgrund der Sprachbarrieren sehr schwer, Kontakt zu den ungarisch sprachigen Mitarbeitern aufzubauen und mich ihnen gegenüber zu öffnen.
Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich den einfacheren Weg gewählt habe, indem ich mich an deutsch sprachige Mitarbeiter wendete. Dadurch konnte ich aber auch keinen Kontakt aufbauen.
Dies wollte ich ändern aber ich wusste nicht wirklich wie. Deswegen habe ich in den ersten Wochen immer mal wieder dafür gebetet. So etwa nach der Hälfte des Einsatzes habe ich gespürt, dass ich auf einmal ganz anders auf die Menschen zugehen kann. Auf einmal war es mir egal, ob und wie viel ich mit ihnen durch Sprache kommunizieren konnte, denn ich bemerkte, dass kleine Gesten, wie ein Lächeln oder ein freundliches Szia (Hallo) oder Köszönöm (Danke) manchmal mehr wert waren, wie viele Worte oder ein ganzer Dialog. Dadurch habe ich aufs Neue bemerkt, dass Gott Gebete hört und dass er wirkt. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir diese Erfahrung und die daraus entstandenen, sehr besonderen zwischenmenschlichen Beziehungen zu den ungarisch sprachigen Mitarbeitern geschenkt hat, welche sehr bereichernd für mich waren.
Rahel
Ich bin sehr dankbar für alles, was ich während meiner Zeit in Rumänien lernen durfte. Es ging nicht nur um handwerkliche Fähigkeiten, das Leben auf einer Farm oder die Arbeit im Lager und mit beeinträchtigten Menschen – das Wertvollste war für mich, mehr über das Wesen Gottes zu verstehen, die Beziehung zu IHM zu vertiefen und Gottes Wort im Alltag ganz praktisch umzusetzen.
Besonders genossen habe ich viele kleine, aber schöne Momente: der Besuch von Birgitt, Katja und Ana, das Traktorfahren, das Langos-Essen, das Rasenmäher-Traktorfahren, die Arbeit mit den Tieren, ein Spieleabend mit Sabrina in Arkeden, der Zoobesuch mit den Klienten, Aktionen mit Johanna, die Teilnahme an einer siebenbürgischen Volkstanz-Trainingsstunde und der Besuch des Heimatortes meiner Oma. Vieles davon hatte ich mir schon im Vorfeld gewünscht – umso größer war meine Freude, als diese Erlebnisse tatsächlich möglich wurden.
Es war für mich auch etwas ganz Besonderes, einige Themen, die Gott schon während der Bibelschule angestoßen hatte, in Rumänien weiter zu vertiefen. Ich durfte erleben, wie treu ER ist, dass ER wirklich da ist, da bleibt, sich nicht verändert, und sich trotz seiner Größe für mich ganz persönlich interessiert und um mich kümmert – ganz egal wo (selbst in Rumänien) und unabhängig der Umstände.
Tabea
Wenn ich das Praxissemester in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es „spontan“. Man wusste nie richtig, was am nächsten Tag passiert oder wie viele Leute schlussendlich mittwochs zum Mittagessen kamen.
Ich bin so dankbar, die Erfahrung gemacht zu haben. Und noch dankbarer bin ich dafür, es nicht allein gemacht zu haben, sondern ständig das Vertrauen darauf haben konnte, dass Gott mit dabei ist. Auch wenn es sehr herausfordernde Tage gab oder ich Dinge gesehen oder gehört habe, die mir schwer fielen, weiß ich, dass ich alles in SEINE Hand legen darf. Ich werde das Erlebte noch lange in mir weitertragen, da mich die Zeit sehr geprägt hat. Ich durfte viel über mich, über die Menschen vor Ort, und die Sicht von Jesus auf die Menschen lernen. Ich persönlich habe die Menschen und vor allem die Kinder sehr schnell ins Herz geschlossen und fand es faszinierend, wie gut man doch ohne viele Sprachkenntnisse mit ihnen kommunizieren konnte. Zudem fand ich es schön, wie viel Lebensfreude diese Menschen ausgestrahlt haben, obwohl sie in deutlich ärmeren Umständen leben. Bei manchen Romamitarbeitern/ -kinder hat man richtig gemerkt, dass sie Jesus schon in sich aufgenommen haben und wie tief teilweise der Glaube schon geht. Es hat mich sehr berührt zu sehen, wie begeistert die Kinder gebetet oder aber auch Lieder über Jesus gesungen haben.
Mit allen Höhen und Tiefen war es ein unvergessliches Erlebnis 🙂









