Final Countdown

Wohl behütet sind wir wieder am Schloss angekommen. Jeder Flug hat geklappt. Nur in Österreich gab es kleine Schwierigkeiten mit dem Zug. Aber bei einer Reise von ca. 35 Stunden kommt es auf zwei weitere Stunden mehr auch nicht an (schreibt der Bibelschüler, der schon eine Woche früher da war und nicht warten musste). Unsere Zeit in Kenia ist vorbei – mit Freude & Trauer sind wir nun zurück. Die Eindrücke der Zeit vor Ort sind sehr verschieden deshalb kommt, wie schon im Blogbeitrag über die Schule, heute jeder zu Wort, um davon zu berichten, wie es denn war. Was wir mit Jesus erlebt haben und was wir gelernt haben.

Wenn ich (Nele) auf die letzten Monate zurückblicke, erinnere ich mich daran, mit welchen Gedanken ich nach Kenia gekommen bin. Immer wieder habe ich mich gefragt: „Wer bin ich eigentlich, dass ich das schaffen könnte?“ Ich habe meine eigenen Grenzen gesehen und wusste, dass Aufgaben wie eine Klasse zu unterrichten oder für Flüchtlinge zu beten, die alles verloren haben, mich herausfordern werden.

Doch genau in diesen Momenten habe ich erkannt: Es geht nicht zuerst darum, was ich kann oder welche Fähigkeiten andere in mir sehen. Viel wichtiger ist die Frage, ob ich bereit bin, Gott mein Leben zur Verfügung zu stellen. Unsere eigentliche Qualifikation ist nicht das, was wir leisten können, sondern dass wir ihm vertrauen und den ersten Schritt gehen. Ich durfte erleben, dass Gott das nimmt, was ich ihm gebe, auch wenn es mir klein und unbedeutend erscheint und er etwas viel Größeres daraus macht. Unsere Aufgabe ist es, treu zu sein und das Wenige einzusetzen, was wir haben. Das Wesentliche bewirkt Gott.

Das habe ich auch ganz konkret erlebt: wenn ich mit den Turkana-Kindern gespielt habe, die unter sehr einfachen und armen Bedingungen leben und gemerkt habe, dass ich Licht sein kann, auch wenn es nur etwas Kleines ist. Ich hatte den Mut auf Englisch zu beten, zu predigen, obwohl es mich viel Überwindung gekostet hat. Ich durfte sogar auf Englisch Andachten im Radio halten und hatte jedes Mal eine gute Idee, worüber ich sprechen kann.

Ich habe gelernt, dass Mission nicht davon abhängt, alle Fähigkeiten mitzubringen oder besonders begabt zu sein. Entscheidend ist, ob ich bereit bin, mich von Gott gebrauchen zu lassen. Er befähigt die Menschen, die er beruft. Was aus eigener Kraft unmöglich erscheint, wird durch seine Kraft, seine Liebe und Gnade möglich. Genau das durfte ich in dieser Zeit immer wieder erleben und bin dafür sehr dankbar!

Was ich (Felix aka Flex, Furaha, Filipstick, Felo, Filikis) aus Kenia mitgenommen habe, sind neue Spitznamen sowie viele neue Erfahrungen. An den Herausforderungen bin ich auf jeden Fall gewachsen. Nachdem ich in der Jugendleiterschulung ca. drei Stunden über das erste Kapitel im Buch Daniel unterrichtet habe, traue ich mir jetzt einiges mehr zu als davor. Auch durch das Vorbereiten der Radioandachten oder des Schulunterrichts bin ich sicherer
geworden, etwas Geistliches weiterzugeben.

Jede Woche sich etwas intensiver mit dem Wort Gottes zu beschäftigen, hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht, denn man selbst nimmt davon auch viel mit. Gerade in der Vorbereitung, wenn ich keinen Plan hatte, worüber ich schreiben soll, habe ich erfahren, wie Gott mir Bibelstellen schenkt, die ich weitergeben darf. Das hat mich immer wieder selbst ermutigt. Sich jede Woche intensiver mit der Bibel zu befassen, hat mir außerdem sehr geholfen, den Frauen, die sich in wirklich schwierigen Situationen befinden, etwas Ermutigendes weiterzugeben und ihnen einen Teil der Bibel zu erklären. Ich habe erlebt, wie wichtig es ist, sich täglich Zeit für das Bibellesen zu nehmen, damit ich das, was ich von Gott durch sein Wort empfangen habe, auch an andere weitergeben kann.

Wenn ich an die Zeit zurückdenke, schaue ich vor allem mit Freude auf die vielen Menschen vor Ort zurück. Es war für mich sehr schön, die Flüchtlinge im Camp kennenzulernen, zu sehen, mit welcher Freude sie Lobpreis machen und wie fest sie daran glauben, dass Gott gut ist, obwohl ihre Umstände sehr schwierig sind. Eher im Gegenteil: Der Glaube gibt ihnen viel Kraft, und sie schauen voller Hoffnung positiv in die Zukunft, weil sie darauf vertrauen, dass Gott handeln wird. Auch das Kennenlernen der afrikanischen Kultur war für mich sehr interessant. Vorallem das Leben der Turkana so hautnah mitzuerleben, war für mich eine große Bereicherung. Die Zeit mit den Kindern aus dem Turkana-Dorf habe ich sehr genossen, auch wenn sie teilweise sehr anstrengend war – besonders dann, wenn zehn oder mehr Kinder gleichzeitig etwas von einem wollten und darüber stritten, wem ich mich zuwenden sollte.

Das Schöne war jedoch zu sehen, wie die Beziehung zu den einzelnen Personen im Laufe der Zeit gewachsen ist. Ich habe die Eigenheiten der Kinder immer besser kennengelernt, und auch die Kinder haben mich immer mehr kennengelernt. Das hat dazu beigetragen, dass ich mich dort sehr wohlgefühlt habe.

Im Vorhinein habe ich (Lena) mich vor allem auf die Arbeit mit den Kindern gefreut. Das war auch eines meiner Highlights. Besonders viel Freude hatte ich daran, den Kindern Bibelgeschichten zu erzählen. Gemeinsam in die Geschichten einzutauchen, diese nachzuspielen und ein passendes Lied dazu zu singen. Das durfte ich auf den Outreaches, in der Schule und bei den Bibelstudies machen. Gerade bei den Bibelstudies war ich nie wirklich vorbereitet, da ich eigentlich auch nur Teilnehmer war und oft ganz spontan sehr viele Kinder gekommen sind. Doch ich durfte immer wieder richtig spüren, wie Jesus mich führt, mir die richtigen Ideen schenkt und ich den Kindern etwas mitgeben durfte. Ich wünsche mir und bete dafür, dass das einen bleibenden Eindruck bei den Kindern hinterlassen hat. Dass sie sich daran erinnern dürfen, dass einmal ein paar Muzungus da waren, die ihnen von Jesus und den Geschichten aus der Bibel erzählt haben.

Das Tolle an Kindern ist auch, dass sie das, wovon sie begeistert sind, weitererzählen. Sie gehen nach Hause zu ihren Eltern und berichten, was sie erlebt haben. So dürfen auch sie etwas vom Wort Gottes hören und werden im besten Fall davon berührt.

Immer wieder durfte ich spüren, dass mich das Lesen in der Bibel stärkt. Es hat mir in schwierigen Situationen Halt und Orientierung gegeben. Bibelstellen haben genau in meine Situation gesprochen und ich habe mich verstanden und ermutigt gefühlt. Auch das viele Ausarbeiten von Andachten hat mir viel gegeben. Sich fast täglich intensiv mit dem Wort Gottes auseinanderzusetzen und das dann sogar noch weitergeben zu dürfen, war ein großes Geschenk.

Allgemein bin ich in dieser Zeit selbstsicherer geworden. Ich durfte an Selbstvertrauen gewinnen, Spaß haben, anderen Freude machen, mich darin üben Andachten vorzubereiten und vorzutragen, mich nach vorne zu stellen und spontan auf Englisch zu beten, …! Vieles, was ich mir vorher nicht zugetraut hätte, konnte ich durch Jesus in mir tun. Ich durfte mich von ihm gebrauchen lassen und bin trotz der vielen Herausforderungen sehr dankbar für diese wertvolle Zeit, in der ich viel geben, aber auch selbst so viel empfangen durfte.

Meine (Jannik) Zeit in Afrika war kurz gesagt turbulent und damit meine ich nicht die Zeit im Flieger, sondern die 2,5 Monate, die ich dort war. Es war oft ein Auf und Ab zwischen großer Freude und Herausforderung. Ich bin Schreiner der auch Freude daran hat über die Bibel zu reden. Das war für Kenia eine bessere Kombination als ich am Anfang dachte. Es gab wirklich viele Situationen, in denen wir über Gottes Wort sprechen durften, besonders viel Freude hat es mir gemacht im Radio zu sprechen und die Schüler zu unterrichten. Das Beste hieran war zu merken, wie Gott mich unterstützt, wenn meine eigene Kraft zu Ende geht. Andachten vorbereiten, wie am Fließband ist gar nicht mal so leicht aber sie müssen eben gemacht werden. Eine Situation hat mir dabei besonders viel bedeutet. Ich war in der Vorbereitung fürs Radio und hatte eine Andacht fertig. Diese habe ich nochmal gelesen und fand sie ehrlich gesagt sch…! Ich merkte, wie ich sie aus eigener Kraft geschrieben hatte und eben nicht in Jesus verwurzelt war wie in Joh 15,5 steht. Deshalb habe ich mich entschieden die Andacht nicht zu halten, einfach aufzugeben und den Leuten im Radio genau das zu erzählen. Zu erzählen, dass wir nur scheitern können, wenn wir alles allein tun. Ich beschloss noch eine Runde Joggen zu gehen wie ich es immer um die Uhrzeit machen mit dem Glauben, Gott wird mir schon die richtigen Worte geben. An diesem Tag haben mich 5 Kinder aus dem Dorf begleitet (so viele wie noch nie). Sie sind mit mir gelaufen und natürlich irgendwann müde geworden. Darauf hin haben sie meine Hand genommen und wollten das ich sie ziehe dadurch bin natürlich auch ich schnell müde geworden aber wir haben es gemeinsam nach Hause geschafft.

 

Auf dem Weg fiel mir auf, dass das ja ein perfektes Beispiel für meinen Tag ist. Ich habe aufgegeben und Jesu Hand genommen und ich kann mich glücklich schätzen, dass er nicht so schwach ist wie ich. Er wird nicht müde er wird auch nicht genervt davon mich zu ziehen mir zu helfen. Und „zack“ hatte ich eine Andacht es ging darum das ich mich nicht an Johannes 15,5 gehalten habe und gescheitert bin. Dass Jesus aber mit uns geht, sogar mit uns Arbeit tut in einem leichten und sanften Joch wie in Matthäus 11,28-29 geschrieben steht.  Solche Tage waren natürlich die besten und leider war lange nicht jeder so, aber ich durfte oft spüren, wie Jesus mich stärkt und trägt und schiebt und fliegen lässt.  Als Abwechslung hatte ich mein Holz das Abeiten damit macht mir sehr viel Freude und es war ein toller Ausgleich zum Vorbereiten. Denn arbeite ich nur theoretisch werde ich launisch und das wollen wir natürlich nicht.  Ich durfte in meiner Zeit dort einen Hühnerstall mit Flex bauen und allein 2 Tische Bauen. Die Liebe zum Holz und das Bauen damit ist für mich wie eine Art Lobpreis
ich habe Freude an dem, was Gott geschaffen hat, verstehe das Holz bis in Detail wie jemand der ein Instrument sehr gut kann. Etwas erschaffen ist mitunter unser Auftrag hier auf Erden und einzusetzen, was Gott in einen gelegt hat, macht sehr viel Freude. 

Die Zeit in Kenia war turbulent. Es war heiß, staubig, herausfordernd und schön. Aber über allem konnte ich und konnten wir sehr viel lernen und mit Jesus was erleben.

Time flies. Zeiten der Aufregung vor Neuland, Neugier auf das, was da kommen wird, eintauchen in das Abenteuer „Kenia“ ist nun für dieses Praxissemester vorbei. Nun heisst es Abschied nehmen, aber ihr wisst ja: „Man sieht sich immer zweimal.“ Geht in dem Wissen, dass Christus derselbe ist, sei es am Schloss, in Kenia oder in Deutschland und Österreich. ER geht mit! IHM seid ihr anbefohlen. Jeden Tag aufs Neue.

Ich (Tabea) möchte vor allem Jesus DANKE sagen. Danke für diese neue Möglichkeit ihn zu bezeugen. Danke für all seine Vorbereitungen, sein Vorsorgen, seine Bewahrung, seine Gnade, seine Kraft und seine Weisheit. Ich darf Staunen über den Segen, den er geschenkt hat, die offenen Türen, für wundervolle Begegnungen mit Glaubensgeschwistern und für die Momente wo wir von Herzen lachen konnten und für die Herausforderungen, die uns haben wachsen lassen in und durch IHN.

Danke an das Team. Für das sich zur Verfügung stellen, ausprobieren, drauf einlassen, herausfordern lassen- Und ich weiß das es nicht nur eine Herausforderung gab denen ihr gegenüberstandet. Danke für den neuen Hühnerstall, die Tische (freue mich sie einweihen zu können), Ideen spinnen, spontan und flexibel sein, unterstützen und den Blick für- und miteinander, mittragen, tun und entdecken, überraschen lassen. Für das nach Christus austreckend und ihn suchen. Es war mir eine Freude mit euch gemeinsam unterwegs gewesen zu sein. Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und Gottes reichen Segen. Nehmt den Platz ein, den Gott euch zuweist und lebt die geschenkten Gaben und Fähigkeiten zum Lob seiner Herrlichkeit! CHRISTUS IN EUCH! DYNAMIK DES LEBENS.

Gebetsanliegen:

  • Die ganzen Menschen mit denen wir zu tun hatten.
  • Carl und Joshi von der Radio Station.
  • Regen für die Gegend.
  • Generell das Land und die Politik vor Ort.

 

Dank:

  • Für alle die Bewahrung, die wir erleben durften. Auch den wenig gesundheitlichen Problemen.
  • Die Reise die gut geklappt hat.
  • Für alles, was wir lernen durften.
  • Die netten Menschen die uns lange im Kopf bleiben werden.

 

Danke für euer Mittragen im Gebet. Seid gesegnet und liebe Grüße!