Servus und Pfiat eich!
„Schaun ma mal, dann sehn ma scho.“ Mit dieser typisch österreichischen Einstellung sind wir in unser Praxissemester gestartet. Es war das erste Mal, dass ein Praxissemester in dieser Form durchgeführt wurde. Entsprechend wussten wir nicht genau, was uns erwarten würde. Wie wir diese Zeit erlebt haben, welche Erfahrungen wir sammeln konnten und welche Eindrücke wir mitgenommen haben, fassen wir in diesem letzten Blogbeitrag zusammen.
Gleichzeitig sind wir voller Dankbarkeit und mit der Erwartung gestartet, dass Jesus diese Zeit führen und gebrauchen wird. Besonders begleitet hat uns dabei die Zusage aus Johannes 15,16:
“Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.
Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr euch auf den Weg macht und Frucht bringt.“
Wenn wir heute auf die vergangenen Monate zurückblicken, können wir sagen: Jesus hat uns auf vielfältige Weise beschenkt. Er hat Türen geöffnet, Begegnungen geschenkt, uns herausgefordert und wachsen lassen. Nicht alles lief so, wie wir es erwartet hatten – doch gerade darin konnten wir erleben, dass ER den Weg vorbereitet und uns getragen hat.
Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf diese besondere Zeit zurück. Gleichzeitig endet der Weg hier nicht. Wir sind gespannt, was Jesus als Nächstes vorbereitet hat, und möchten auch in Zukunft mit dem Vertrauen aus Johannes 15,16 weitergehen – in dem Wunsch, dort, wo ER uns hinstellt, Frucht zu bringen.
Was wir letzte Woche erlebt haben:
Wir wollen diesmal gar nicht so viel Zeit damit verbringen zu beschreiben, wie unsere letzte Woche am Schloss war und lieber den Fokus auf unsere persönlichen Widmungen legen. Also versuche ich mich kurz zu fassen.
Erinnert ihr euch an das Ende des letzten Blogbeitrags von Team Österreich? Dort waren unsere letzten Worte:
,,Im Anschluss erklärten wir dann unseren Missionseinsatz endgültig für beendet.
In dem Moment dachten wir das zumindest…’’
So beendeten wir unseren Samstag (04.07.) bei WDL in Villach. Sonntag Morgen packten wir unser Gepäck ein letztes Mal ins Auto und besuchten am Vormittag den Gottesdienst der Gemeinde von Kurt Schneck. Das besondere ist, dass die Gemeinde sehr abgelegen im Wald, und wenn möglich auch unter freiem Himmel, Gottesdienst feiert. Wir wurden herzlich Willkommen geheißen, durften im Gottesdienst kurz von unserem Einsatz berichten und wurden gesegnet. Nicht nur das besonders schöne Ambiente in der Natur, sondern auch die liebevolle Art vieler Mitglieder hat uns staunen lassen und hat unseren letzten Gottesdienst in Österreich zu einem würdigen Abschluss gemacht. Danke für die Einladung!
An dieser Stelle möchten wir uns nicht nur bei der Gemeinde sondern auch auch nochmal bei WDL bedanken, die uns relativ spontan aufnahmen und auch so herzlich und dankbar verabschiedet haben.
Anschließend brachen wir kurz nach Mittag auf, um ans Schloss zu fahren.
Auf unserer Rückreise machten wir ein kleinen Abstecher über die Nockalmstraße, welche uns eine Woche vorher in Eisenstadt als unbedingt sehenswert beschrieben wurde. Und das war sie auch! Eine wunderschöne Alpenstraße mit bis zu 2000m Höhe.
Als wir einen kleinen Bergsee knapp neben der Straße sahen, hielten wir an und gingen die kurze Runde um den See, um die Natur zu genießen.
Natürlich waren wir bei so einer schönen Touristengegend nicht allein. Und wenn ich das so schreibe, könnt ihr vielleicht erahnen, welchen Auftrag Jesus für uns bereit hielt.
Ich war in dem Moment jedenfalls noch ahnungslos.
Als wir um den See liefen, waren vor uns 2 ältere Damen aus Bayern auf ihrer Urlaubsreise. Ohne Vorwarnung drehte sich eine der Damen um und erzählte uns enthusiastisch etwas über die seltenen und teilweise giftigen Alpenblumen, an denen wir gerade ahnungslos vorbeigegangen sind. Wir bemerkten schnell, dass die Rentnerin sich danach sehnte, ihre Leidenschaft und ihr Wissen über Blumen nicht für sich zu behalten. Michi ließ sich auf das Gespräch ein und ohne dass wir lange darauf warten mussten, fiel die Frage, warum wir denn gerade in Österreich sind. Das war natürlich ein geschenkter Einstieg für uns, das Gespräch in Richtung Evangelium zu lenken. Beide waren etwas katholisch geprägt, aber nicht gläubig. Mittlerweile lief unsere Teamaufteilung lustigerweise schon sozusagen automatisch. Michi und Tim redeten mit der einen Frau, welche sich auf das Gespräch einließ, kritisch war und Gegenfragen stellte. Dabei sagte die Frau zu uns einen Satz, der hängen geblieben ist; ,,Mein Enkel erzählt auch immer so von seinem Glauben und argumentiert ganz ähnlich wie ihr. Ich dachte immer, er ist ein einzelner Spinner. Aber es scheint ja noch mehr solche Spinner zu geben.’’ Dabei lachte sie und tippte Michi auf die Schulter mit dem Satz ,,Weißt doch wie ich’s meine.‘’ – Wir beten, dass unser Gespräch ein bisschen half damit sie Jesus als die Wahrheit und nicht als Hirngespinst kennen lernt und ihr Enkel nicht damit aufhört, ihr von Jesus zu erzählen.
Ich (Rafael) versuchte parallel ein paar Meter weiter hinten, der anderen Frau von Jesus zu erzählen. Sie hörte zwar zu, war aber nicht wirklich interessiert. Ihre Aussage war: ,,Naja, vielleicht glaub ich dann an das Ganze, wenn ich auf dem Sterbebett liege. Glauben wir dann in dieser Situation nicht eh alle?’’ – Ihr durfte ich zusprechen, dass Jesus uns auch in unserem Leben auf der Erde schon begegnen möchte.
Nach etwa 15 Minuten war das Gespräch beendet, die beiden verabschiedeten sich freundlich und wir gingen das letzte Stück um den See wieder zurück zum Auto.
Keiner von uns wollte in diesem Moment aktiv evangelisieren. Und vielleicht hört ab jetzt auch die Zeit auf, in der wir so nach diesen Gesprächen suchen. Aber was wir uns alle auch über diese Zeit behalten wollen, ist die Bereitschaft, dass Christus durch unser Leben sichtbar wird. Wenn nötig auch durch Worte.
Letztlich ist es auch über das Praxissemester hinaus Gottes Wille, dass er verherrlicht wird und dass er uns gebraucht. Außerdem ist ER es der unsere Schritte lenkt und Situationen vorbereitet. Sicherlich wollte Gott uns genau das in diesem Moment, am See, lehren. Vermutlich (und hoffentlich) wird das Evangelisieren (in welcher Form auch immer) ab jetzt nie wieder aufhören!
Am späten Nachmittag sind wir behütet am Schloss angekommen, freuten uns besonders darauf, Team Kenia wiederzusehen und wurden noch am Abend von einigen Mitarbeitern herzlich begrüßt.
Den Rest der Woche verbrachten wir viel Zeit unter anderem im Team, um zu reflektieren und Feedback zu geben. Genauso aber auch Zeit allein im Gebet. Außerdem durften wir alle zusammen noch einmal ein paar Stunden Bibelschulunterricht bei Elmar (unser Bibelschulleiter) genießen. Wir behandelten ein paar Verse aus dem 5. Buch Mose und er ermutigte uns, dass Jesus uns auch in unserem neuen Lebensabschnitt, der nach der Bibelschule ansteht, immer begleitet.
Die Abende waren hauptsächlich mit ganz ungezwungener Gemeinschaft und mit vielen guten, tiefgründigen und langen Gesprächen gefüllt, wo wir berichteten, was wir alles erlebt haben und wie wir alle im Glauben gewachsen sind. Den ersten Abend verbrachten wir am Schloss, den nächste im Garten von Beate und Tobi, welche für uns ein leckeres Grill-Buffet gemacht haben (Danke! <3), ein weiterer in einer Bar und den letzten Abend verbrachten wir dann auf einer Wiese, bei der wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bestaunen durften. Was ein toller Abschluss der vergangenen Zeit!
Besonders in unserer Abschluss Woche war auch das Prayer. Das ist eine etwa 40 Minütige Gebetszeit, in der sich alle Mitarbeiter am Vormittag zusammensetzen und gemeinsam beten. Wir als Teams durften jeweils eine dieser Gebetszeiten füllen, um den Mitarbeitern zu berichten, was wir erlebt haben und dann gemeinsam zu beten. Es war sehr bewegend zu sehen und zu hören, wie viele uns doch über die Zeit hinweg immer wieder im Gebet begleiteten, den Blog lasen und ernsthaft daran interessiert waren, wie es uns ergangen ist und was wir in der Zeit erlebt haben. Dankeschön!
Am Donnerstag Abend haben wir also im kleinen Rahmen feierlich unsere Urkunde bekommen und am Freitagvormittag (10.07.) wurden wir mit ermutigenden Segensworten verabschiedet. Oder um es mit Elmars Worten zu sagen: ,,Ausgesandt in unsere Heimat zur Verkündigung des Evangeliums und zum Dienst an den Menschen.’’
Für uns ist das Kapitel Bibelschule Schloss Klaus jetzt endgültig beendet.
Es tut aber gut zu wissen, dass Jesus auch weiterhin einen guten Plan für uns und auch für das Schloss hat. Auch wenn wir ihn vielleicht noch nicht alle sehen können!
unsere abschließenden Worte:
Vor drei Monaten habe ich (Michi) mich mit den Worten aus Epheser 1,3–6 vorgestellt. Nun möchte ich diese besondere Zeit auch mit diesen Versen abschließen:
„Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Gepriesen sei er für die Fülle des geistlichen Segens, an der wir in der himmlischen Welt durch Christus Anteil bekommen haben. Denn in Christus hat er uns schon vor der Erschaffung der Welt erwählt mit dem Ziel, dass wir ein geheiligtes und untadeliges Leben führen, ein Leben in seiner Gegenwart und erfüllt von seiner Liebe. Von allem Anfang an hat er uns dazu bestimmt, durch Jesus Christus seine Söhne und Töchter zu werden. Das war sein Plan; so hatte er es beschlossen. Und das alles soll zum Ruhm seiner wunderbaren Gnade beitragen, die er uns durch seinen geliebten Sohn erwiesen hat.“
Wer bin ich, dass Gott mich dazu erwählt hat, sein Kind zu sein? Ich bin alles andere als perfekt und voller Fehler – und dennoch schaut er mich an und sagt: „Michi, du bist geliebt und ich brauche dich in meinem Reich.“
Ich lobe und preise Gott dafür, dass er Tim, Rafael und mich berufen hat, das Abenteuer Praxissemester in Österreich zu erleben. Voller Dankbarkeit, Freude und auch ein wenig Stolz blicke ich auf diese Zeit zurück. Wir haben uns in unserer Schwachheit gebrauchen lassen und durften erleben, wie Gott uns stark macht.
So oft hatten wir Angst davor, Menschen anzusprechen. Und doch sind gerade durch Gottes Kraft die schönsten Gespräche entstanden. Ich erinnere mich an Nathan, wo Tim plötzlich erstaunlich gut Englisch sprechen konnte und wir sogar für einen Mann beten durften. Dann war da die Frau bei McDonald’s, der wir die Wahrheiten zusprechen durften, die Gott uns in der Bibel offenbart. Besonders bewegen mich auch die vielen Jugendlichen in Schladming, die den Mut hatten, für sich beten zu lassen. Ohne Gottes Weisheit hätten wir oft gar nicht gewusst, was wir Menschen in ihren teilweise so schwierigen Situationen hätten sagen sollen. Danke dafür.
Könnt ihr euch noch an den Bauernhof in Bad Goisern erinnern? Dort durften wir Gottes Zusage, dass er der gute Hirte ist, ganz praktisch erleben, als Barbara ihre Schafe rief und sie auf ihre Stimme hörten.
Genau dieses Bild gebraucht auch die Bibel: Wir sind wie Schafe, die die Stimme ihres Hirten kennen. Was für ein Geschenk, dass wir Gottes Stimme hören dürfen.
„Was ist Pfingsten?“ – Mit dieser Frage konnten wir Menschen auf der Straße erreichen. Verrückt, wie Gott diesen ungewöhnlichen Einstieg gebraucht hat. Ich denke noch oft an diese Gespräche zurück. So viele Menschen suchen nach Wegen in die geistliche Welt. Wie gut, dass Jesus selbst den Weg zum Vater freigemacht hat und wir diese Hoffnung weitergeben durften.
Ich bleibe bei dem Bild der Schafe. Am Anfang fühlten wir uns auf dem Nova Rock tatsächlich wie Schafe unter Wölfen. Aber Halleluja – unser Hirte war mit uns. Wir mussten kein Unglück fürchten. Im Gegenteil: Wir durften erleben, wie Menschen Jesus begegneten und ihren guten Hirten kennenlernten. Ich könnte vor Freude weinen, wenn ich an Michael und Franz denke, die Gott auf so besondere Weise erleben durften.
Noch gar nicht so lange her sind die Begegnungen in Eisenstadt bei der „Gott kennen“-Kampagne oder die Gespräche am Silbersee in Kärnten. So viel Grund zur Freude.
Doch am Ende möchte ich gar nicht mehr in Erinnerungen schwelgen, sondern einfach Danke sagen:
Danke, Rafael. Du bist, wie Tim einmal gesagt hat, „der extrovertierteste introvertierte Mensch, den wir kennen“. Dein Herz schlägt für Gott, und es beeindruckt mich, mit welcher Liebe du Menschen begegnest. Es fällt dir leicht, Menschen mit tiefen Fragen zu erreichen und ihre Herzen zu bewegen. So oft warst du derjenige, der die Initiative ergriffen und mit den Worten „Die Menschen brauchen Jesus!“ losgestürmt ist. Danke dafür. Mit deiner Kamera hast du unzählige kostbare Momente festgehalten und unsere Blogbeiträge mit so viel Liebe gestaltet. Danke für deinen Einsatz. Es war mir eine riesige Freude, mit dir unterwegs zu sein.
Lieber Tim, auch dir möchte ich Danke sagen. Es begeistert mich, wie du Menschen, die Jesus noch kaum kennen, stärkst und in ihnen die Liebe zur Bibel weckst. Du hast ein besonderes Talent, Menschen langfristig zu begleiten und sie immer näher an das Herz Gottes zu führen. Danke, dass du den Überblick behalten und alle Finanzen so gewissenhaft organisiert hast.
Ich werde euch beide fest in meine Gebete einschließen und immer wieder voller Freude auf unsere gemeinsame Zeit zurückblicken. Ihr seid geliebte Kinder Gottes, und ich bin unglaublich dankbar, euch kennengelernt zu haben.
Ich möchte mich außerdem bei allen Gemeinden, Familien und Orten bedanken, die uns aufgenommen haben. Gottes Liebe durch euch so praktisch zu erleben, war zutiefst berührend und alles andere als selbstverständlich. Danke für Schlafplätze, Essen, Waschmaschinen, offene Gespräche, Gebet und eure Gastfreundschaft. Wir haben so viel Wertschätzung erfahren – das war überwältigend. Vergelt’s Gott!
Danke auch dir, liebe Beate, und dir, lieber Tobi. Ihr habt euren Dienst mit so viel Herz gemacht. Ihr habt uns ermutigt, gestärkt und auch immer wieder ins kalte Wasser geschmissen. 😉 Danke für die tolle Zusammenarbeit, die gemeinsame Zeit und all die Abenteuer. Vergelt’s Gott!
Und danke euch, ihr lieben Beter und Leser. Ohne euren Rückenwind wäre vieles nicht möglich gewesen. Danke, dass ihr uns im Gebet getragen und mit dem Herzen begleitet habt. Ich bin überzeugt, dass Gott durch eure Gebete die Orte und die Menschen auf unser Kommen vorbereitet hat. Vergelt’s Gott!
Der größte Dank gebührt unserem Herrn Jesus Christus. Danke, dass du uns gebraucht hast. Danke, dass du immer bei uns warst. Danke, dass du uns versorgt, geführt und getragen hast.
Amen.
Ich bin mit dem Ziel in dieses Semester gestartet, alles, was ich bin und habe, in Gottes Hände zu legen und zur rechten Zeit aus seiner Hand zu empfangen.
Genau das durfte ich erleben.
Als ich (Tim) mich damals für die Bibelschule beworben habe, habe ich mich erst für drei Monate beworben, doch es sind neun geworden.
Nie hätte ich gedacht, dass ich das dritte Semester machen werde, selbst als das Praxissemester im ersten Semester vorgestellt wurde – doch irgendwie hat sich meine Sichtweise darauf in einem längeren Prozess verändert, sodass ich mich letzten Endes doch für das Praxissemester Österreich beworben habe.
Im Rückblick kann ich sagen: Ich bereue es absolut nicht.
Die Zeit in Österreich war so prägend und voll mit guten Begegnungen bei denen wir Gottes Führung erlebt haben und auch alle Ängste die ich im Vorhinein hatte waren unbegründet.
Eine Angst von mir war beispielsweise das Nova Rock – eine Welt die mir vorher völlig fremd war. Zu der Ungewissheit die ich sowieso schon hatte, kamen dann noch einige Geschichten von Leuten dazu, die wir in der Zeit vorher getroffen haben, wie zum Beispiel, dass die Toiletten immer umgeschmissen werden, wenn man aufs Klo geht. Ich stellte mich also darauf ein, dass ich die vier Tage auf dem Nova Rock einfach nur durchbeißen werde und betete, dass Gott aus diesem Lowlight mein Hightlight macht…. und das hat er tatsächlich gemacht. Wir hatten extrem viele gute Gespräche, sodass ich nicht mal mehr alle aufzählen kann und wurden kein einziges mal wirklich angefeindet, sogar das Gegenteil war der Fall: wir wurden teilweise zum Essen eingeladen. Doch das Beste aus dieser Zeit war die Begegnung mit Michael (siehe Blogeintrag: „Wir auf dem Nova Rock“), mit dem ich über zehn Stunden in dieser Zeit verbracht habe.
In der Zeit im Praxissemester durfte ich lernen, dass Evangelisation viel mehr ist als nur Straßenevangelisation und durfte erleben wie Gott mir mehr aufgezeigt hat, wo meine Gaben liegen und wo ich mich mehr investieren kann bzw. will.
Als Fazit würde ich also sagen: Ich bin sehr dankbar über diese Zeit, die zwar auch anstrengend war, aber in der ich viel lernen und erleben durfte.
Das war’s jetzt mit dem Praxissemester Österreich 2026…
13 Wochen – 12 Standorte – ca. 15 verschiedene Gemeinden und Werke – 4500 Kilometer mit dem Auto – eine andere Kultur kennenlernen – unzählige Gespräche mit fremden Menschen – nicht immer jeden Dialekt verstehen – und nebenbei hab ich noch 25.000 Bilder gemacht.
Irgendwie ist alles was wir erlebt haben für mich noch etwas surreal. Es war ein pures Abenteuer quer durch Österreich!
Wie ich (Rafael) im ersten Blog geschrieben habe, war für mich schnell klar, dass das Praxissemester für mich dran ist. Trotzdem hatte ich sehr mit großen Zweifel zu kämpfen. Ich konnte mich sehr gut in Mose hineinversetzen, der bei seiner Berufung in den Dienst gesagt hat; ,,Wer bin ich schon?’’ und ,,Ach, Herr, Ich bin noch nie ein guter Redner gewesen.’’ (2.Mo 3-4)
Aber genau wie bei Mose, hat auch mich Gott daran erinnert, dass ER mir beisteht, ER meine Kraft ist und ER mich dazu bestimmt hat, mich auf den Weg zu machen und sein Wort zu verkündigen, damit es Frucht bringt.
Ich durfte in der Zeit ganz persönlich erfahren, dass Gott die, die er beruft, auch wirklich befähigt! Und dass, wenn wir ihm das wenige, was wir sind, zur Verfügung stellen, er riesiges daraus bewirken kann.
Für mich war das Praxissemester eine Zeit, in der Freude und Herausforderungen oft nah beieinander lagen.
Der Alltag war von vielen Reisen, neuen Aufgaben und einem dichten Programm geprägt. Kaum war eine Woche abgeschlossen, begann schon die nächste an einem anderen Ort und oft ohne dass man wusste, was auf einen zukommt. Vieles musste sehr schnell verarbeitet werden, um sich auf Neues einlassen zu können. Als eher introvertierter Mensch waren besonders die zahlreichen sozialen Begegnungen eine Herausforderung.
Dadurch durfte ich wirklich begreifen was Paulus meint, wenn er im 2.Kor 5,14a schreibt: ,,Was wir auch tun, wir tun es aus der Liebe, die Christus uns geschenkt hat – sie lässt uns keine andere Wahl.’’
Denn von Anfang an – bis zum Ende – hat Gott mir, durch seine Liebe, Motivation und Kraft geschenkt, Personen ohne Furcht anzusprechen, von der besten Nachricht zu erzählen und ihnen mit Liebe zu begegnen.
Was bleibt für mich jetzt rückblickend auf die Zeit?
Ich glaube, besonders 3 Punkte werde ich sicherlich nicht vergessen.
1. Das Gott uns gebrauchen möchte! Und zwar nicht als perfekter Mensch, sondern als jemand, der sich ihm zur Verfügung stellt und seinem Handeln vertraut.
2. Was es bedeutet und wie wichtig es ist, den Ruhetag zu halten und neu bei Gott aufzutanken.
3. Als letztes, aber wohl das was mich am meisten begleitet:
Pure Dankbarkeit
Besonders bewegend war es, erleben zu dürfen, dass Gott durch uns wirkt und wir ein Segen für andere waren. Wir durften sehen, wie Menschen geheilt wurden, wie viele Menschen offen für das Evangelium waren, wie wir von anderen angesprochen wurden, wie neue Projekte ins Leben gerufen wurden, wie viel Vertrauen uns gegenüber gebracht worden ist, wie viel Interesse an unserem Einsatz gezeigt worden ist, uvm. – eben wie unsere Arbeit Frucht brachte. Dass wir das schon vor Ort sehen durften, ist keineswegs selbstverständlich! Und dafür bin ich unendlich dankbar!
Je länger der Einsatz dauerte, desto mehr wurde mir bewusst, welches Privileg wir erleben durften. Wir erhielten Einblicke in unterschiedlichste Gemeinden, Werke und Menschen, die wir unter normalen Umständen nie kennengelernt hätte. Dafür bin ich von Herzen allen dankbar, die das möglich gemacht haben!
Ebenso danke ich allen, die diesen Einsatz durch Gebet, Ermutigung, praktische und finanzielle Unterstützung möglich gemacht haben. Allen, die uns bei sich aufgenommen haben. Und vor allem auch Danke an Dich! Du, der du gerade den Blog liest und einen großen Anteil hast an dem, was wir erlebt haben! Ohne diese Begleitung wäre es ebenso nicht möglich gewesen. Ich bin mir sicher, dass ihr dafür (wie in Matthäus 10,42 beschrieben) von Gott belohnt werdet.
Danke an Beate und Tobi, dass ihr unseren Einsatz so souverän organisiert und wunderbar begleitet habt!
Danke an Michi und Tim! Danke, dass wir uns gegenseitig so unkompliziert unterstützt haben und einander durch die Zeit getragen haben! Es war mir ein Fest!
Abschließend möchte ich nur noch 2 Sätze über diese Zeit stellen:
Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinen Namen bringe zu Ehren! Du allein bist gnädig und treu! (Psalm 115,1)
Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen. (Römer 11,36)
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Im zweiten Kapitel des Jakobusbriefs wird vom „Glauben ohne Werke, der tot ist“ gesprochen und es freut mich, dass durch das Praxissemester der Glaube auch durch Werke sichtbar wurde und eine Vielzahl an Menschen den christlichen Glauben als etwas Lebendiges erlebt haben. In den Blogbeiträgen wird von zahlreichen Begegnungen mit Menschen berichtet und ich bitte euch nun weiterhin für diese Menschen zu beten!
Weiters bitte ich euch für die Zukunft unserer Bibelschüler zu beten, dass sie immer mehr „Männer nach dem Herzen Gottes“ werden. Und letztlich ermutige ich uns unserem Gott im Gebet für all sein Tun zu danken.
Seid auch ihr Blogleser ermutigt, euren Glauben für eure Mitmenschen sichtbar werden zu lassen. Anregungen zum „wie mache ich das“ finden sich reichlich in den Blogbeiträgen…
Tobias (Einsatzleitung)
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Wir dürfen unglaublich dankbar auf eine sehr gesegnete und geführte Zeit zurückblicken und staunen, wie Gott im Kleinen und im Großen versorgt und durchgetragen hat. Danke an das Team und ihr Vertrauen, sich auf dieses „Pilotprojekt“ und jede einzelne Station einzulassen und sich von unserem Herrn Jesus Christus gebrauchen zu lassen. Betet gerne für all die Menschen, denen wir begegnet sind, dass sie von Jesus weitergeführt werden und Schritte in seiner Nachfolge gehen dürfen.
In diesem Sinne: Vielen Dank für alles Mittragen und Mitbeten.
Pfiat eich!
Beate (Einsatzleitung)
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Funktioniert übrigens in jedem Blog.
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